Datum, Zeit und Ort
- 31. Oktober 2025
- 17:00
- Treffpunkt Bahnhof Hedingen
- 0041 79 773 85 60
Abwärmenutzung und Holzenergie – eine sinnvolle Kombination im Wärmeverbund Hedingen
Oder wie es auf einem Schild in der Heizzentrale des Wärmeverbunds Hedingen heisst: «Einfach sympathisch: Fernwärme lässt sich leicht mit Solar oder weiteren Lösungen kombinieren.» In der Heizzentrale konnten sich die Teilnehmenden der Veranstaltung von Zürich Erneuerbar am Halloween-Abend 2025 ein Bild vom Herzstück des Wärmeverbunds machen. Vom Holzschnitzel-Lager ging es vorbei an den Kesseln und Leitungsabgängen zu einem kleinen Räumchen, wo seit Kurzem die Abwärme der umliegenden Industriebetriebe umgewandelt und ins Netz zugespiesen werden kann. Interessant dabei war, dass das kleine Räumchen in den nächsten Jahren einen wichtigen Teil der Wärme abdecken und es ermöglichen wird, dass im Sommer so gut wie kein Holz mehr verbrannt werden muss. Beim Weg hinaus erhascht man einen Blick auf den gereinigten Wasserdampf, der nur wenig erwärmt durch den Kamin am Industriegebäude in die Nachtluft steigt, sowie auf die vorgelagerten Reinigungscontainer.
Wo das Holz für den Wärmeverbund herkommt, zeigte Förster Ueli Müller davor im Wald bei Hedingen. Ueli Müller führte aus, wie man den Herausforderungen des Klimawandels umgeht und wie sie naturnahe Bewirtschaftung verstehen. Dass die umag AG, in deren Namen Ueli Müller sein Amt ausübt, den Wald nicht nur als Holzproduzent ansieht, sondern das Ökosystem ganz genau kennt und Wert auf gut entwickelte Bäume mit vielfältigen Beziehungen in die umgebende Natur legt, beweist das neuste Projekt: «Min Hedinger Baum» ermöglicht Baumpatenschaften lokal resp. regional. Suchen Sie sich im Baumkatalog Ihren Liebling aus und ermöglichen Sie wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tierarten und den Erhalt des einzigartigen Naturkunstwerks für kommende Generationen!
Vom Einsatz für die kommenden Generationen sprach auch der Hedinger Gemeinderat Rolf Schillinger im anschliessenden Plenum im Gemeindesaal, als er von der Vorbildwirkung der Gemeinde für die Energiewende erzählte, wo die Gemeinde tatkräftig von der Energiekommission unterstützt wird. Nicht zuletzt der grosse Stromverbrauch auf dem Gemeindegebiet animiert dazu, sich für eine nachhaltige Produktion auf den kommunalen Gebäuden und auf dem Gemeindegebiet einzusetzen. Die Gemeinde wird auch die neuen «Spielregeln» mit den LEG (Lokale Energie-Gemeinschaften) aktiv zu nutzen versuchen.
Johannes Bartels von der Standortförderung, die auch die Energie-Region Knonaueramt betreut, konnte die frohe Nachricht mitbringen, dass das Bundesamt für Energie die zwei eingegebenen Projekte für die kommenden Jahre fördern wird. Dabei geht es einerseits um Biogasanlagen, andererseits um Saisonspeicher.
Da passte es bestens, was Sascha Christen über die Zukunftspläne der Renercon zu erzählen hatte: Neben dem weiteren Einbau von Industrieabwärme in den Verbund und der Vernetzung der Verbünde im Knonaueramt gehören dazu auch Vorbereitungen für einen thermischen Saisonspeicher. Daniel Hänggi von Renercon beeindruckte das Publikum mit den innovativen Forschungsprojekten und dem Ausblick, dass im Knonaueramt vielleicht die ersten grösseren thermischen Speicher im Boden zu liegen kämen. Ob das unter einem Kartoffelacker oder einem Sportplatz sein wird, wird wohl von den Bewilligungsmöglichkeiten und den Opportunitäten abhängen. Der Weg dazu ist aber steinig, v.a. in Bezug auf die Bewilligungen. Das technische Knowhow holt sich Renercon u.a. aus einer Kooperation mit einer dänischen Firma, welche bei thermischen Speichern führend ist.
Die Teilnehmenden liessen sich von den inspirierenden Inputs mitreissen und forderten die Referenten mit vertiefenden Fragen. Danach konnte der Abend gemütlich ausklingen: Das Kulinarik-Team des Abends hatte einen herbstlichen Schmaus vorbereitet, dem im liebevoll dekorierten Ambiente gerne zugesprochen wurde. Die Referentengeschenke des ZHE-Präsidenten Daniel Sommer passten dazu ebenfalls: Holzkellen für das Kulinarikteam sowie ein Notfallset mit Zusettes und Schokolade für den Fall eines Blackouts – der zum Glück an diesem Abend nicht eintrat, obwohl für die Beamer-Fernbedienung zuerst eine passende Batterie in der Laptop-Maus einer Teilnehmerin gefunden werden musste.
Hier finden Sie weitere Informationen:
Wärmeverbund Hedingen
Renercon
Gemeinde Hedingen, Themenseite Energie
Energie-Region Knonaueramt
Min Hediger Baum
Impressionen von der Veranstaltung:
Anmeldung
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